Kurier über Bela Koreny

Kategorie: Allgemein, Presse

„Künstlerarbeit als Kampf gegen die Verblödung“

Von Werner Rosenberger . Erschienen am 11.02.2014, 06:00 im Kurier

Der Musiker Bela Koreny schrieb melancholische Lieder für Angelika Kirchschlager und begleitet Karl Markovics am Klavier.

Manchmal denkt Bela Koreny ernsthaft darüber nach, seine legendäre Broadway Piano Bar wieder auferstehen zu lassen. Schließlich ist Wien mit dem 2007 nach jahrelangem Kampf mit einem Immobilienspekulanten geschlossenen Prominenten- und Künstlertreff in der Innenstadt eine Institution abhanden gekommen. Für Gerhard Bronner war das Nachtlokal, 1984 am Bauernmarkt eröffnet, fast so etwas wie ein Wohnzimmer.Helmut Qualtinger, Roger Moore, Leonard Bernstein, Udo Jürgens, Julian Rachlin Mischa Maisky, Janine Jansen und viele andere sind hier ebenso gerne wie unangekündigt aufgetreten.

„So etwas fehlte damals wie es heute fehlt: Ein Lokal mit einer warmen Küche bis spät in die Nacht und einem Klavier, damit sich Künstler zwanglos treffen können“, erklärt Koreny, geboren in Budapest, als Zehnjähriger mit seinen Eltern von Ungarn nach Wien geflüchtet, das Erfolgsrezept im KURIER-Gespräch.

Kompositionen

Andererseits hat der Pianist und Komponist jetzt endlich Zeit, wofür er vorher keine hatte: Um Andrea Eckert oder Mercedes Echerer, Maresa Hörbiger oder Katharina Stemberger, Timna Brauer oder Cornelius Obonya am Klavier zu begleiten.

„Mir bleibt ja keine andere Wahl als künstlerisch zu arbeiten, denn das bedeutet für mich gegen die Verblödung anzukämpfen.“

Mit größter Freude und Hingabe textet, komponiert und inszeniert er. Korenys „Herbstreise“ wird von der Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager am 17. 2. im Konzerthaus uraufgeführt: „So ein Glück muss der Mensch erst einmal haben, dass eine so tolle Sängerin von einem etwas aufführt.“

Also keine „Winterreise“, sondern eine „Herbstreise“ im Februar? „Ich wollte meinen Liederzyklus zuerst gar nicht so nennen“, sagt Koreny. „Der Arbeitstitel für das Auftragswerk des Konzerthauses, eher melancholische Lieder, war ,Herbstrot‘. Aber die Angelika Kirchschlager singt demnächst auch die ,Winterreise‘, also gibt’s jetzt vorher meine ,Herbstreise‘.“

Literarisch-musikalisch

„Carneval“ wird beim Kammermusikfestival des Klarinettisten Andreas Ottensamer und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker am 4. 3. in Luzern uraufgeführt.

Wenn Karl Markovics „Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten“ von Alessandro Baricco am 20. 3. in Baden und am 27. 3. in Mödling liest, spielt Koreny dazu Musik von Ennio Morricone und Nino Rota am Klavier.

Und beim „wean hean“-Festival gibt’s mit dem legendären Wiener Bar-Pianisten, Ursula Strauss, Katharina Straßer und Wolf Bachofner am 12. Mai im Konzerthaus eine Hommage an Fritz Rotter, der Texte und Chansons geschrieben hat wie „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ oder „Veronika, der Lenz ist da“, außerdem viele der für den deutschen Schlager der 20er-Jahre typische Nonsense-Texte: „Was macht der Maier am Himalaya“ oder „Heut war ich bei der Frieda (das tu ich morgen wieda)“.

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